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Haftung oder keine Haftung?

Urlaubszeit ist Einbruchszeit. Deshalb sollten Sie Ihre Habseligkeiten gut schützen. Am besten in einem Schließfach bei Ihrer Hausbank. Dort sind die Sicherheitsstandards hoch, und ein Bankschließfach ist meist mit einer gewissen Summe versichert. Dennoch sollten Sie einiges beachten.

Lesen Sie die allgemeinen Geschäftsbedingungen genau!

Darin ist vermerkt, wofür eine Bank wirklich haftet, wenn die Schließfächer ausgeraubt werden. Denn oft werden nur hauseigene Sparbücher ersetzt, die durch ein Losungswort oder eine Unterschrift geschützt sind. Andere Gegenstände dürfen Sie in Schließfächern eigentlich nicht verwahren.

Was ist der Unterschied zwischen Schließfach und Safe?

Ein Schließfach ist eine ca. 5 Zentimeter schmale Kassette und kann gegen ein relativ geringes Jahresentgelt gemietet werden. Es befindet sich meist in einer relativ ruhigen Ecke des Foyers und ist für alle Filialbesucher zugänglich.

Ein Safe hingegen befindet sich in einem eigenen Raum, abgetrennt vom normalen Filialbetrieb. Ein Zugriff auf den Safe ist nicht so einfach wie auf ein Schließfach: ein Prozedere muss eingehalten werden. Sie werden von einer/m Bankangestellten begleitet, wenn Sie auf Ihren Besitz zugreifen möchten, müssen sich eintragen, wenn Sie den Raum betreten und nochmals, wenn Sie ihn verlassen. Normalerweise sind Safes somit im Gegensatz zu Schließfächern auch nur während der Banköffnungszeiten zugänglich und wesentlich kostspieliger.

Haftet die Bank bei Diebstahl?

Gehen Sie lieber nicht davon aus. Bei Schließfächern ist die Haftung normalerweise auf Sparbücher beschränkt, da Diebe damit sowieso wenig bis nichts anfangen können. Bargeld, Schmuck, Bankomat- oder Kreditkarten haben in einem Schließfach also nichts verloren!

Und bei Einlagen im Safe werden oft Obergrenzen angegeben (im Schnitt um die 4.000 Euro). Höhere Gewalt, behördliche Verfügungen und „innerer Verderb“ gelten natürlich sowieso als Haftungsausschließungsgrund. Wenn Sie Pech haben, schließt die Bank auch Schadenshaftung infolge „Einwirkung Dritter“ (Raub und Einbruch) aus. Oft werden jedoch spezielle Versicherungen von den Vermietern angeboten.

Auf jeden Fall sollten Sie stets dokumentieren, was sich in Ihrem Safe oder Schließfach befindet. Notieren Sie von allen Sparbüchern, die Sie dort aufbewahren, Bankinstitut, Sparbuchnummer und Einlagesumme. Wenn Sie nicht nachweisen können, was Sie darin verwahrt haben, erübrigen sich sämtliche Haftungsfragen.

Was sollte ich sonst noch beachten?

Verstirbt der Mieter eines Safes oder eines Schließfaches, wird es kompliziert. Denn selbst wenn Sie eine Vollmacht des Mieters haben, ist ein Zutritt zum Safe nur auf Grund eines Beschlusses des Abhandlungsgerichtes oder einer Einantwortungsurkunde gestattet. Denn Vollmachten erlischen mit dem Tod! Umgehen können Sie dieses komplizierte Prozedere, indem Sie einen von mehreren Personen gemeinsam verwendeten Safe anmieten. Stirbt dann einer der Mieter, bleibt das Mietverhältnis, sowie auch eventuell darauf begründete Vollmachten (die nur von allen Mietern gemeinsam vergeben werden können) bestehen, solange mindestens ein Mieter handlungsfähig bleibt.