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Dienstverhinderungen

Ich heirate – bekomme ich bezahlte Freizeit? Was ist, wenn ein Schneechaos herrscht? Die Regelungen für Arbeiter und Angestellte unterscheiden sich.

Regelungen für Angestellte

Das Angestelltengesetz besagt, dass Sie weiter Ihr Gehalt bekommen, wenn wichtige Gründe Sie – ohne Ihr Verschulden – für eine kurze Zeit am Arbeiten hindern. Wenn dies im Kollektiv-, Arbeitsvertrag oder in der Betriebsvereinbarung anders geregelt ist, dann darf es nur zu Ihren Gunsten sein.

Ein Beispiel: Bei Ihrer eigenen Eheschließung haben Sie im Allgemeinen Gewerbe das Recht auf eine bezahlte Freizeit von drei Tagen.

Regelungen für Arbeiter

Das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch legt fest, dass Sie den Anspruch auf Entgelt behalten, wenn Sie für kurze Zeit nicht zur Arbeit kommen können. Der Anlass und die Dauer sind nicht genau definiert, es muss ein „wichtiger“ Grund sein, der Sie direkt betrifft und Sie ohne Ihr Verschulden am Arbeiten hindert.

Aufgepasst: Diese Bestimmung gilt nur, wenn auch in der Betriebsvereinbarung oder im Arbeitsvertrag eine Regelung dazu festgehalten ist. Im Kollektivertrag des Gastgewerbes steht z.B., dass Sie Anspruch auf eine bezahlte Freizeit von zwei Tagen haben, wenn Sie heiraten.

Wie ist das genau bei Naturkatastrophen?

Wenn z.B. Ihr Keller überschwemmt wird oder ein Schneechaos herrscht und Sie darum nicht oder nicht rechtzeitig zur Arbeit kommen können, ist das ein gerechtfertigter Dienstverhinderungsgrund. Sie können dafür nicht entlassen werden.

Zwei Bedingungen: Sie müssen alle zumutbaren Vorkehrungen treffen, trotzdem zur Arbeit zu erscheinen. Wenn es dennoch nicht möglich ist, müssen Sie Ihrem Arbeitgeber umgehend Bescheid geben, dass Sie nicht kommen.

Angestellte haben in diesem Fall – laut Angestelltengesetz – kurzzeitig Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Arbeiter bekommen nur dann bezahlte Freizeit, wenn das im Kollektivvertrag nicht ausgeschlossen ist.

Und wenn die Firma von einer Naturkatastrophe betroffen ist?

Ist nicht nur die Firma, sondern eine ganze Region in Mitleidenschaft gezogen, so ist Ihr Arbeitgeber von der Pflicht, Ihnen weiter Lohn zu zahlen, befreit.


Details zu den Bestimmungen finden Sie auf der Website der Arbeiterkammer.

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