Zurich Connect Österreich
Was der Arbeitgeber trotzdem einhalten muss und wie es um die Freizeit steht.
All-in-Verträge

Der Spielraum von All-In Verträgen

Glaubt man den Umfragen der Gewerkschaft so verfügt bereits jeder dritte Angestellte in Österreich über eine All-In Vereinbarung. Waren diese Dienstverhältnisse früher nur als Pauschalabgeltung für Führungskräfte gedacht, so breiten sich diese nun über alle Beschäftigungsebenen aus. Bereits 58 Prozent des oberen Managements und immerhin 27 Prozent der einfachen Angestellten sind über einen All-In Vertrag beschäftigt.

Teils unklare Vertragsbedingungen

Häufig wird in All-In Verträgen nur eine Pauschalsumme verankert, die für den Dienstnehmer – insbesondere junge Berufseinsteiger – oft verlockend aussieht. Die zu erwartenden Leistungen werden nur schwer ersichtlich dargestellt, insbesondere in welcher Höhe die Normalarbeitszeit abgegolten wird.

Werden dann aber in weiterer Folge sehr viele Überstunden geleistet, so reduziert sich der tatsächliche Stundensatz oft erheblich und Verzweiflung setzt ein. In vielen Fällen wenden sich Betroffene dann an externe Stellen wie die Arbeiterkammer oder im Rahmen Ihrer Rechtsschutzversicherung von Zurich Connect an das Anwaltsnetz wo schnell klar wird, dass die hohe Summe eigentlich nur dem kollektivvertraglichen Mindestlohn plus Überstunden entspricht.

All-In bedeutet nicht unbegrenzte Arbeitszeiten

Auch MitarbeiterInnen haben bei All-In Vereinbarungen Rechte. Arbeitsrechtliche Bestimmungen werden durch All-In Verträge nicht außer Kraft gesetzt. Als wichtigster Punkt sei dabei das Arbeitszeitgesetz genannt. Die Tagesarbeitszeit ist laut Gesetz mit maximal 10 Stunden begrenzt und im Gesamtjahr dürfen maximal 60 Überstunden anfallen. Ausgenommen davon sind nur leitende Angestellte mit maßgeblichen Führungsaufgaben.

Das Günstigkeitsprinzip verhindert Nachteile zum Kollektivvertrag

Das sogenannte „Günstigkeitsprinzip“ verhindert Nachteile gegenüber dem jeweils geltenden Kollektivvertrag hinsichtlich der Entlohnung. Als Überstunden ist in einem All-In Vertrag nur inkludiert, was über dem kollektivvertraglichen Mindestlohn hinausgeht. Weitere Überstunden müssen entsprechend abgegolten werden.

Die Freizeitfalle schlägt zu

Laut einer kürzlichen Umfrage der Arbeiterkammer ist bereits jeder dritte Beschäftigte auch in der Freizeit für den Dienstgeber da. 17 Prozent verzichten auf ein privates Handy und telefonieren nur mehr über das Diensthandy. In Kombination mit langen Arbeitszeiten lassen sich Berufs- und Privatleben immer schlechter vereinbaren. Während insgesamt 83 Prozent eine gute Vereinbarkeit von Job und Familie sehen, sind es bei All-In Verträgen nur mehr 74 Prozent.

Beschäftigte mit All-In Verträgen trifft es häufig besonders nach längerem Fernbleiben von der Arbeit (Krankenstand, Urlaub), da dann häufig viel Arbeit anfällt und man diese im Sinne der All-In Vereinbarung auch aufarbeiten sollte. Die Einhaltung der täglichen Arbeitszeitbegrenzung von 10 Stunden muss jedoch auch hier beachtet werden und kann im Anlassfall gegenüber dem Arbeitgeber angewandt werden.

Gerade im Arbeitsleben gibt es viele rechtliche Grauzonen und oft unterschiedliche Interpretationen. Eine Rechtsschutzversicherung gibt Ihnen die Sicherheit, dass Sie im Fall der Fälle kompetent beraten und vertreten werden.


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