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Chiptuning, Tönungsfolien, Standheizung und Co: Das Kfz kann ordentlich aufgemotzt werden. Es sind jedoch nicht alle Veränderungen so ohne weiteres möglich und erlaubt. Viele setzen eine Eintragung im Typenschein oder einen Einzelgenehmigungsbescheid voraus.

A wie Anhängevorrichtung oder Auspuff

Wenn die Anhängevorrichtung der EG-Norm 94/20 entspricht, ist der Anbau nicht eintragungspflichtig. Allerdings müssen Sie den Nachweis dafür immer mitführen. Wenn die Kupplungskugel die Kennzeichentafel verdeckt, muss sie abnehmbar sein.

Wird ein Auspuff gegen Teile mit entsprechender E-Prüfung getauscht, ist nichts zu tun. Andernfalls benötigen Sie eine EG-BE (Europäische Gemeinschaft-Betriebserlaubnis, gültig im EU-Raum).

C wie Chip-Tuning

Wer an der Motorleistung schraubt, ist bei unter 5% fein raus. Alles darüber ist eintragungspflichtig.

E wie Ersatzteile

Einfach tauschen! Einzige Bedingung: Sie müssen E-geprüft sein.

F wie Frontrammer oder Farbänderung

Die Montage eines Frontrammers ist anzeigefrei, wenn er über eine EG-Betriebserlaubnis verfügt oder der EG-RL 2005/66 bzw. EG-VO 78/2009/EG entspricht.

Die Änderung der Autofarbe ist bei der Zulassungsstelle bekanntzugeben. Sie bekommen dann einen neuen Zulassungsschein mit der richtigen Farbe.

L wie Lenkrad

Wenn Sie eine EG-Betriebserlaubnis haben, ist der Umbau nicht eintragungspflichtig, sonst schon. Der Durchmesser des Lenkrads muss übrigens mind. 33 cm betragen.

R wie Reifen

Solange Reifen und Felgen mit den Angaben im Genehmigungsdokument übereinstimmen und nicht über die Karosserie hinausragen, passt alles. Bei Winterreifen darf der sogenannte „Geschwindigkeitsindex“ unter dem angegeben Wert liegen, solange im Sichtfeld des Lenkers ein Aufkleber mit der Höchstgeschwindigkeit angebracht ist.

Aufgepasst bei Felgen: Nicht jede passende Felge ist auch genehmigt! Die Felgendimensionen, die im Typenschein angegeben sind, beziehen sich nur auf vom Hersteller namentlich genannte Felgen. Für andere Felgen benötigen Sie ein Festigkeits- und Radlastgutachten.

S wie Standheizung oder Sportluftfilter

Der Einbau einer Standheizung ist eintragungsfrei!

Sportluftfilter hingegen dürfen nur mit entsprechender EG-Betriebserlaubnis eingebaut werden.

T wie Tönungsfolien, Trägersysteme oder Tieferlegung

Tönungsfolien dürfen ausschließlich von einer Fachwerkstätte eingebaut werden und müssen darüber hinaus typengenehmigt sein. Einerseits muss auf jeder Folie ein Genehmigungszeichen angebracht sein, andererseits müssen Sie Nachweise darüber immer im Auto mitführen.

Tönungsfolien sind an den vorderen Seitenscheiben übrigens nur dann erlaubt, wenn es dafür einen medizinischen Grund gibt. An der Windschutzscheibe dürfen Sie sowieso keine Folie anbringen.

Trägersysteme wie z.B. Dachträger, Fahrradträger und Ähnliches sind eintragungsfrei. Sie müssen nur die Montagevorschriften und eventuelle Geschwindigkeitsbeschränkungen des Trägers beachten.

Wer mit Fahrradträgern unterwegs ist, die an der Anhängekupplung montiert sind, muss darauf achten, dass weder das Kennzeichen, noch die hintere Fahrzeugbeleuchtung verdeckt werden. Ansonsten muss der Träger eine eigene Beleuchtung haben. Außerdem muss dann entweder die hintere Kennzeichentafel auf dem Träger montiert werden oder eine eigene, rote Kennzeichentafel für diesen beantragt werden.

Jede Tieferlegung des Fahrwerks ist eintragungspflichtig. Es gilt folgende minimale Bodenfreiheit: 11 cm zu starren Teilen, 8 cm zu verformbaren Teilen wie beispielsweise die Gummilippe.

X wie Xenon-Scheinwerfer

Der Umbau ist nur dann erlaubt, wenn für das Abblendlicht eine automatische Leuchtweitenregulierung bzw. Waschanlage vorhanden ist.

Wo kann ich die Änderung genehmigen lassen?

Hierfür sind die Landesprüfanstalten zuständig. Sie überprüfen Ihr Auto, kümmern sich um die Eintragung in den Typenschein oder stellen einen Einzelgenehmigungsbescheid aus.

Wenn Sie nur einzelne Komponenten ändern, genügt meist die Vorlage des Gutachtens, das Sie beim Kauf erhalten haben. Wenn mehrere Komponenten getauscht werden und diese auch noch zusammenwirken, ist ein Ziviltechnikergutachten (z.B. vom TÜV) empfehlenswert.

Was passiert, wenn ich anzeigepflichtige Umbauten NICHT anzeige?

Es drohen Verwaltungsstrafen bis zu einer Höhe von 5.000 Euro. Außerdem können bei Gefahr im Verzug die Kennzeichentafeln abgenommen werden. Wenn nicht genehmigte Umbauten noch dazu zu einem Unfall führen, kann es sein, dass die Kfz-Haftpflichtversicherung die Kosten zurückfordert bzw. die Kaskoversicherung erst gar nicht zahlt.