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Psychologische Tipps



Tipps für Sie, um die Ausgangsbeschränkung gut zu überstehen

Allgemeine praktische Tipps

Strukturieren Sie Ihren Tag
Eine gute Tagesstruktur ist vergleichbar mit einem Ritual, das uns in Stresssituationen stärkt. Bleiben Sie also nicht im Pyjama, sondern halten Sie Ihre üblichen Essens-, Schlafens-, Arbeits- oder Lernzeiten ein.

Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken
Versuchen Sie positiv zu bleiben und denken Sie an schöne Erfahrungen, die Sie in Ihrem Leben gemacht haben, an Probleme, die Sie schon gelöst haben, an Ihre Stärken und Talente etc. Konzentrieren Sie sich auf Dinge, die Ihnen Kraft geben.

Erstellen Sie einen Tagesablauf
Einen Plan zu haben verhindert Kontrollverlust und Hilflosigkeit. So hat man das Gefühl, die Situation aktiv mitgestalten zu können und ihr nicht ausgeliefert zu sein.

Machen Sie Sport
Bewegung ist gut für Körper und Geist – das ist wissenschaftlich erwiesen. Online Videos liefern Tipps und Anregungen, wie man auch auf engem Raum bestimmte Trainingsprogramme absolvieren kann.

Achten Sie auf bewussten Medienkonsum
Seriöse Informationen geben Ihnen Orientierung und ein Gefühl von Sicherheit. Vermeiden Sie ununterbrochenen Medienkonsum und unseriöse Quellen.

Nutzen Sie die moderne Technik
Familie und Freunde geben Halt und Sicherheit. Nutzen Sie Telefon und Videochats, um über positive Erlebnisse zu sprechen.


Tipps gegen Ängste und Sorgen

Medienkonsum einschränken
Ständige Konfrontation mit bestimmten Bildern und Informationen ist sehr belastend. Limitieren Sie Ihren Nachrichtenkonsum auf ein Minimum.

Meiden Sie Panikmacher
Gehen Sie negativen Meldungen, die per SMS, E-Mail, Video, WhatsApp etc. kursieren, aus dem Weg.

Fokusieren Sie sich auf Positives
Unterhalten Sie sich mit Bezugspersonen und konzentrieren Sie sich auf positive Erlebnisse und Erinnerungen.

Setzen Sie sich mit Ihren Gefühlen auseinander
Gefühle, wie Verwirrung, Angst oder Stress, sind in ungewohnten Situationen normal. Nehmen Sie Ihr Befinden bewusst wahr und verleihen Sie Ihren Gedanken Ausdruck, z.B. durch Malen, Musizieren, Schreiben etc.

Sprechen Sie über Ihre Gefühle
Sollten Sie das Bedürfnis haben, mit einer vertrauten Person über Ihre Gefühle zu sprechen, dann tun Sie das. Wenn keine Bezugsperson verfügbar ist, holen Sie sich professionelle Hilfe, z.B. bei psychologischen Helplines.

Grübeln Sie nicht
Grübeln ist zwar eine Strategie, um mit Stress umzugehen, zu viel kann allerdings zur Belastung werden.

Machen Sie Übungen zum Entspannen
Angst und Entspannung können nicht gleichzeitig existieren. Suchen Sie sich Entspannungsübungen im Internet oder entdecken Sie Übungen zum Meditieren für sich.

Die Situation wird vorübergehen
Denken Sie daran: Auch diese Situation wird einmal ein Ende haben. Nutzen Sie einfache Möglichkeiten, wie Händewaschen oder das Vermeiden von zu engem Kontakt, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, und planen Sie Aktivitäten, auf die Sie sich in der Zeit danach freuen können.

Tipps im Umgang mit Kindern und Jugendlichen

  • Gewohnte Tagesstruktur einhalten
  • Klare Lern- und Freizeiten planen
  • Klar definierte Zeit, in der sich jeder alleine beschäftigt
  • Gemeinsame Aktivitäten machen
  • Ermöglichen von Rückzugsmöglichkeiten
  • Ermöglichen von physischer Aktivität
  • Gemeinsame Regeln für die Nutzung der gewonnenen Zeit
  • Gemeinsames Limitieren der Zeit für Fernsehen, Handy und PC
  • Erklären der aktuellen Situation
  • Akzeptieren, wenn das Kind anhänglicher ist, es braucht jetzt Geborgenheit
  • Positives Verhalten durch Lob motivieren

Tipps gegen das Auftreten von Konflikten

  • Zeit definieren, in der jeder alleine sein kann
  • Ermöglichen von Rückzugsmöglichkeiten für alle Familienmitglieder
  • Ärger ansprechen, bevor die Situation eskaliert
  • Alleine eine kleine Runde spazieren gehen
  • Täglicher Familien-Krisenrat: Wie geht es jedem?
  • Nachsicht, Toleranz und Geduld miteinander ist jetzt ganz wichtig
  • Im Notfall professionelle Hilfe holen, z.B. bei psychologischen Hotlines

Tipps gegen Langeweile

  • Nehmen Sie sich für jeden Tag bestimmte Arbeiten vor.
  • Jetzt können Sie erledigen, was Sie schon immer erledigen wollten. Starten Sie Projekte oder kleinere Arbeiten, die Sie schon länger aufgeschoben haben.
  • Planen Sie für jeden Tag ein Highlight ein, auf das Sie sich freuen können.
  • Pflegen Sie den Kontakt zu Freunden, Familie und anderen wichtigen Bezugspersonen. Tauschen Sie positive Inhalte aus und planen Sie gemeinsame Aktivitäten für die Zeit danach.

Tipps gegen Gewalt

  • Erkennen Sie Gewalt (physische und psychische) bei sich selbst und anderen und reagieren Sie, bevor etwas passiert.
  • Telefonieren Sie mit Familie/Freunden oder Helplines, um sich selbst psychisch zu entlasten.
  • Leben Sie Gewalt nicht aus.
  • Wenn Gewalt passiert, reden Sie darüber (z.B. mit der Telefonberatung eines Gewaltschutzzentrums)
  • Wenn Sie von Gewalt betroffen sind, holen Sie sich Hilfe (z.B. bei Freunden oder Beratungseinrichtungen).
  • Und ganz wichtig: Holen Sie sich rechtzeitig Hilfe, warten Sie nicht, bis es zu spät ist.

Details und weitere Tipps finden Sie hier:

"COVID-19: Wie Sie häusliche Isolation und Quarantäne gut überstehen"

Berufsverband Österreichischer PsychologInnen