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Versicherungen > Unfall > Rund um Freizeit > Evas Kolumne

Evas Kolumne

Vermisst: Polly

Evas Kolumne Nach Ostern machte ich allen Unkenrufen zum Trotz („Nicht die ideale Reisezeit!“, „Kalt!“, „Regen!“) eine Irland-Rundreise. Zu Beginn des Urlaubs passte das Wetter zu den Vorhersagen der Pessimisten: 4°C und Dauerregen. In den letzten Tagen wurde es dann aber so sonnig und warm, dass meine Reisepartnerin und ich direkt Lust verspürten, einen Spaziergang zu unternehmen. Schon auf den ersten drei Kilometern fielen uns immer wieder Hunde auf, die in ihren Gärten rabiat wurden, als wir vorbeigingen. Von richtigen Zäunen halten die Iren anscheinend nichts: Einige Hunde stürmten auf die Straße, bellten und knurrten, was das Zeug hielt, sodass sogar ich – als große Hundefreundin – bald etwas eingeschüchtert war. Ich versuchte aber weiterhin an den Spruch „Hunde die bellen, beißen nicht“ zu glauben.

Als ein schweigsamer Hund des Weges kam...

Prompt lief uns nach einem versehentlichen Abstecher zum Golfplatz ein kleiner Hund, der nicht bellte, nach. Dafür klingelte andauernd das Glöckchen, das er (bzw. sie – dem Namensschild nach „Polly“) um den Hals hängen hatte. Wir gingen davon aus, dass Polly irgendwann einfach umdrehen und zurück nach Hause gehen würde. Denkste. Auch auf unseren Aufruf – „Polly, go home!“ – reagierte die Hundedame nicht. Irgendwann bog sie schnüffelnd in die Einfahrt eines Hauses ein und konnte uns aufgrund einer größeren Hecke nicht mehr sehen. Wir ergriffen die Chance und rannten davon.

Kling, Glöckchen, klingelingeling

Kurze Zeit später hörten wir es wieder hinter uns klingeln: Polly hatte uns gefunden. Wir resignierten und versuchten nicht mehr, sie loszuwerden. Da fingen die Schwierigkeiten erst an: Ein Auto fuhr aus einer Einfahrt heraus. Darin befanden sich ein Mann, ein Hund auf dem Beifahrersitz und zwei Hunde auf der Rückbank. Unsere naive Polly stellte sich vor das Auto, was den Mann und die Hunde an den Rand des Nervenzusammenbruchs brachte. In der Hoffnung, dass Polly uns folgen würde, gingen wir einfach weiter (was auf den Mann sicher ignorant wirkte). Polly blieb beim Auto. Das Weitere bekamen wir nicht genau mit… Es endete damit, dass der Mann auf der Straße stand, nach uns schrie und Polly wieder angetrabt kam. Wir begegneten noch drei Autos (inklusive Getier) und zwei Spaziergängern mit Hunden. Da Polly sich nicht hochnehmen ließ, riefen wir den Iren immer nur entschuldigend zu „That’s not our dog! It’s just following us!“. Was uns sicher niemand glaubte.

Die Stunde der Entscheidung

Schließlich kamen wir zu einer T-Kreuzung, an der Polly nach rechts – in Richtung ihrer Heimat – abbiegen hätte sollen. Zuerst lief sie geradeaus ins Nichts, dann links. So resignierten wir erneut: „Begleiten wir sie halt nach Hause!“. Weit kamen wir nicht. Beim nächsten Haus versammelten sich sechs Hunde verschiedenster Rassen, alle größer als Polly, alle furchtbar böse auf das naive Hündchen: ROARRRRR! Polly: JAUL! Und schon sahen wir von Polly nur mehr eine Staubwolke, denn sie raste mitten auf der Straße davon (natürlich in die falsche Richtung) und ward nie wieder gesehen…

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