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Versicherungen > Unfall > Rund um Freizeit > Evas Kolumne

Evas Kolumne

Modeunfallversicherung gesucht

Evas Kolumne Im Jänner ließ ich mich von Arbeitskollegen dazu überreden, mit ihnen einen Ball zu besuchen. Eigentlich klang das in meiner Vorstellung ganz nett: vorher stundenlang aufbretzeln, ein hübsches Kleid anziehen, sich von anderen bewundern lassen und vielleicht sogar ein Tänzchen wagen. Doch die Welt der Bälle hat sich gegen mich verschworen:

Pink, Regenbogen-Pailletten, weiße Spitze

Alles begann damit, dass ich kein passendes Kleid zu Hause hatte. Keine zehn Pferde hätten mich dazu gebracht, die engen Samtkleider aus meiner Jugend erneut anzuziehen. Von einer Kollegin bekam ich den Tipp, mal zum Humana Second Hand Shop zu gehen, da es dort oft sehr günstig schöne Kleider gibt. Ich fuhr schnurstracks dorthin, fand drei Kleider, die keine Puffärmel hatten, nur eines davon saß perfekt. Angesichts der Farbe (hautfarben, lachs- oder schweinchenrosa, man kann es nicht so genau definieren), den Regenbogen-Pailletten und den fünf Schichten weißer Spitze war ich mir nicht so sicher, ob ich es nehmen sollte. Eine andere Kundin kommentierte das Kleid jedoch mit „It’s gorgeous!“, also griff ich zu.

Miss Piggy und der verhexte Stuhl

Nach dem Wochenende kam dann die Ernüchterung: Ich stellte fest, dass ich in dem Kleid wie Miss Piggy aussah. Zwei Tage vor dem Ball probierte ich dann einige Ballkleider einer Kollegin an, wovon ein Erbsengrünes perfekt passte. Ich freute mich, brachte es zur Reinigung (es hatte einen unübersehbaren Fleck) und suchte danach einen Friseur auf. Da vor mir noch andere Kunden an der Reihe waren, setzte ich mich erst einmal bequem auf einen Stuhl und schlug die Beine übereinander. Da es nach kurzer Zeit langweilig wurde, neigte ich mich lässig nach vorne, um eine Zeitschrift vom Tisch zu nehmen. Gleichzeitig merkte ich, wie der Sessel langsam mit mir nach vorne kippte und wegrutschte, doch ich konnte meine Beine nicht mehr rechtzeitig entwirren und so machte es BUMM – und ich knallte auf den Boden, der Stuhl auf mich drauf. Mit hochrotem Kopf ließ ich mir dann die Spitzen schneiden und eilte so schnell wie möglich aus dem Geschäft.

30 Minuten pure Peinlichkeit

Am Tag des Balles besorgte ich mir noch neue Ohrringe (passend zum Grün) und holte mein Kleid ab. Pardon – ich WOLLTE mein Kleid abholen. Als ich in der Reinigung ankam, meinte die Dame dort achselzuckend: „Eine Maschine ist kaputt gegangen, Sie können sich Ihr Kleid aber eh morgen abholen.“ Morgen ist der Ball doch schon längst vorbei! In Panik rief ich meine Kollegin an, die versprach, noch zwei Kleider aus dem Ärmel zu schütteln. Für den Fall, dass keines davon passen sollte, zog ich zu Hause das Humana-Kleid an und fuhr so zu meiner Kollegin. Das war die längste U-Bahn-Fahrt meines Lebens. Als ich die Rolltreppe hinunterging, drehte sich eine Frau vor mir zweimal nach mir um und rümpfte missbilligend ihre Nase. Eine Gruppe Jugendlicher lachte mich aus. Rund 50 andere Leute sahen mich etwas seltsam an. Zu guter Letzt fotografierte mich ein junges Mädchen mit ihrem Handy. Das waren genug Peinlichkeiten für ein ganzes Jahr. Glücklicherweise passte mir eines der Ballkleider und ich konnte ohne mich in Grund und Boden schämen zu müssen auf den Ball gehen. Leichtsinnigerweise hatte ich – für meine Verhältnisse – sehr hohe Schuhe an. Nach 20 Minuten schmerzten meine Füße so unglaublich, dass ich von da an mit bloßen Füßen herumtrabte. Glücklicherweise stieg mir keine Dame mit Bleistiftabsätzen auf die Zehen. Schade, dass es keine Versicherung für Modeunfälle gibt…

Hatten Sie auch schon mal Pech am laufenden Band oder einen Modeunfall? Geben Sie Ihren Kommentar ab!


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