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Evas Kolumne

Eine heiße Nacht im Iglu

Iglu
Als eine Freundin vorschlug, eine Nacht im Iglu zu verbringen, lachte ich nur und dachte an einen Scherz. Dabei war das tatsächlich ernst gemeint! Als permanent Frierende war ich anfangs alles andere als begeistert.

Ankunft im Iglu-Village

Zu viert fuhren wir mit dem Auto auf eine Höhe von 2.020 Meter, wo es außer Schnee sonst nicht viel gibt. Ein paar Tage zuvor war das anscheinend noch anders, denn das Iglu-Dorf war noch nicht ganz fertig gestellt. In einem provisorisch aufgebauten Tipi gab es dann die Einführung. Die wichtigste Botschaft an die Männer: Pinkelt nicht gegen das Iglu. Die wichtigste Botschaft an alle: Geht vor dem Schlafengehen auf die Toilette. Und nein, im Iglu gibt es kein „Iklo“, das findet ihr in einem Gebäude in der Nähe.

Das „Gemütlichmachen“ im Iglu

Schnell war uns beim Anblick des Iglus klar: Hier gehen wir nur zum Schlafen hinein. Eine gemütliche Couch, einen Fernseher oder gar eine Minibar braucht man gar nicht erst suchen. Nach dem Abendspaziergang gingen also alle noch einmal bewusst auf die Toilette und schon kuschelten wir uns in unsere Schlafsäcke, die für Temperaturen bis zu -10°C geeignet sind. Normalerweise friere ich sogar daheim im Bett bei 20°C, doch im Iglu war mir bei einer Innen(!)temperatur von geschätzten -2°C fast zu warm. Auf Schaffelle gebettet schlief ich bald ein.

Das Aufwachen im Iglu

Als ich aufwachte, wusste ich, dass ich noch nicht genug Schlaf hatte, aber ich wusste genau: Ich muss auf die Toilette. Ein Blick auf die Uhr verriet, dass es erst halb 2 Uhr nachts war! Um diese Unzeit aus dem kuscheligen Schlafsack schälen, 5 Schichten Gewand anziehen und durch den Schnee zum Klo stapfen? Nein, danke! Jetzt weiß ich, dass ich im Ernstfall fünf Stunden lang gegen den Drang ankämpfen kann.

Der Check-out

Der Sonnenaufgang war dank Schneetreiben quasi nicht existent, also spazierten wir nur zum nächstgelegenen Hotel, bedienten uns am Frühstücksbuffet und verließen diesen kalten Ort. Oder besser: Wir versuchten es. Beim ersten Hügel blieb nämlich gleich unser Auto hängen. Mit etwas Schwung schafften wir es dann aber doch und das Erste, was wir bei der nächsten Station unserer Reise taten, war heiß zu duschen. Herrlich!

Ich frage mich jetzt nur, wie Iglus wohl versichert sind. Gibt es eine Haushaltsversicherung? Brennen kann es ja eher nicht. Ist es ein Wasserschaden, wenn das Iglu schmilzt? Schadet Hagel dem Iglu oder führt er nur dazu, dass das Iglu wächst?

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