Schimmel
Vorbeugen, erkennen und entfernen
Ekelhaft: In der Wohnung müffelt es und an Wänden oder Möbeln befindet sich ein staubiger Belag in einem
Farbspektrum von weiß, über grau, blaugrün, gelb, rot oder braun bis hin zu schwarz.
Schimmel beleidigt mit seinen hässlichen Flecken aber nicht nur das Auge, sondern auch
die Gesundheit, weswegen Sie sofort etwas dagegen unternehmen sollten.
Schimmel kann sich bilden, wenn Sie zum Beispiel im Wohnzimmer Wäsche aufhängen und sich die feuchte
Luft im Raum verteilt. Hinter einem Kasten, der an einer kalten Außenwand steht, kühlt die Luft ab.
Da kalte Luft nicht so viel Wasser aufnehmen kann wie warme, kondensiert das Wasser und es kann zu
Schimmelflecken kommen.
Beliebte Stellen für Schimmelbildung sind:
- Kalte Ecken
- Fensterstürze
- Badezimmer
- Hinter Möbeln an Außenwänden
- In Zwischenwänden
- In abgehängten Decken
Wenn Baufehler nicht der Grund für ein feuchtes Raumklima sind, liegt es an Ihnen, die Wohnung trocken
zu halten und so die Entstehung von Schimmel zu verhindern.
- Stoßlüften: Öffnen Sie zwei- bis dreimal am Tag alle Fenster ganz weit
und lassen Sie die Luft für etwa fünf Minuten durchziehen. Wenn Sie Wäsche aufhängen,
bügeln, duschen oder kochen (und keinen Dunstabzug haben), sollten Sie die Fenster
öfter aufmachen.
- Heizen Sie ausreichend (~20°C). Kalte Räume sollten Sie von den geheizten
abschotten, damit die feuchtwarme Luft nicht hineinströmen kann.
- Halten Sie Außenwände frei: Rücken Sie Kästen 5cm von der Wand weg
und verzichten Sie auf Wandvorhänge und -verkleidungen.
- Auch wenn Sie es mit der neuen Wohnung oder dem neuen Haus eilig haben: Ziehen Sie in
den Neubau erst dann ein, wenn Putz und Estrich vollständig
trocken sind.
- Halten Sie die Zimmertür geschlossen. Schimmelsporen setzen alles daran,
sich zu verbreiten - hindern Sie den Pilz daran!
- Entfernen Sie den Schimmel: Tapeten, Teppiche und
Holz wandern in den Müll. Die Wände - sofern
kleinflächig befallen - können Sie mit Hausmitteln abwischen. Doch aufgepasst,
die Mittel sind ätzend. Schützen Sie sich mit Handschuhen und Brille und lüften Sie
ausreichend. Durchtränken Sie einen Lappen mit
- 20%iger Sodalauge (300g Kristallsoda in einem Liter Wasser aufgelöst),
- 30%igem Wasserstoffperoxid oder
- 70%igem Ethylalkohol (Weingeist)
und wischen Sie den Schimmel ab. Seien Sie ruhig großzügig und bearbeiten Sie die Wand auch
30cm über den Schimmelfleck hinaus. Bei großflächigem Befall müssen dann aber die Profis ran.
- Wiederholen Sie die Prozedur nach ein paar Tagen.
Der Vermieter
Bei Schimmelbefall in der Bausubstanz handelt es sich um einen ersten Schaden, für den der
Vermieter haftet. Je früher Sie den Pilzbefall bemerken, desto besser, denn Sie müssen beweisen,
dass
- es den Mangel schon bei der Übergabe der Wohnung gab
oder
- der Schimmel durch Baufehler und nicht durch falsches
Nutzerverhalten entstanden ist.
Im Verdachtsfall sollten Sie einen Hygrometer, der die Luftfeuchtigkeit misst, aufstellen.
Der Wert sollte maximal bei 65% liegen, im Winter liegt die Höchstgrenze bei 55%. Liegt der
Wert stets darunter und entsteht trotzdem Schimmel, so weist dies auf einen Baumangel hin.
Der Mieter
Wenn es sich um einen rein oberflächlichen Pilzbefall handelt, der durch
falsches Nutzerverhalten (Wohnung zu feucht gehalten) entstanden ist, müssen Sie selbst
für die Kosten aufkommen.
Die Versicherung
Wenn der Schimmel durch einen versicherten Leitungswasserschaden entstanden ist,
übernimmt Ihre Haushaltsversicherung die Kosten. Berechnen Sie einfach online Ihre Prämie und Sie müssen nie wieder Schäden durch
Leitungswasser fürchten:
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