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Evas Kolumne

Satan zu Besuch an Halloween

Für den 31. Oktober sorgte ich vor. Den Rabatt von 25% auf Süßigkeiten bei einer bestimmten Lebensmittelhandelskette ließ ich mir nicht entgehen. Ich hortete Schokolade, Gummibärchen und Co für den Fall, dass verkleidete Monster, Hexen oder die Texas Chainsaw Massacre Hauptdarsteller an meine Tür klopfen und "Süßes oder Saures!" rufen würden. So weit, so gut. Gegen 21.00 Uhr läutete es dann tatsächlich. Leider besitze ich keinen Türspion, also öffnete ich neugierig die Wohnungstür.

Hexenmeister ohne Plan?

Davor stand ein Mann, der etwas seltsam gekleidet war und verwirrt aussah (es könnte aber auch ein wahnsinnig gut verkleidetes Kind gewesen sein). Irgendwie erinnerte er mich an einen Hexenmeister. Er hatte Schwierigkeiten damit, sein Pensionszimmer zu finden (im selben Gebäude werden nämlich Zimmer vermietet). Ich konnte ihm nicht viel sagen außer der Tatsache, dass sich die Zimmer im Erdgeschoß befinden und er die Tür mit einer speziellen Karte öffnen kann. Er war mit meiner Antwort zwar nicht zufrieden, ging dann aber trotzdem.

Satan!

20 Minuten später klingelte es wieder. Als naive Optimistin dachte ich: "Endlich! Kinder!", machte die Tür auf und resignierte sogleich, denn es stand schon wieder der Tourist davor. Er war schon etwas ungehalten, roch etwas streng und befahl (!) mir, bei der Pension anzurufen. Ich bin ja wirklich nett, meistens zu nett und zu höflich, aber das ging mir dann doch zu weit: "Warum rufen Sie nicht selber an?" "Nur finnische Karte... Die Österreicher sind vielleicht Schweine und schlafen auf dem Boden, aber ich will ein Bett! SATAN!!!!" Satan? Ich hoffe das ist ein finnisches Wort, das im Deutschen für etwas ganz anderes als "Teufel" steht. Zum Beispiel für "so-eine-liebe-Person-wie-Sie-es-sind-ist-mir-noch-nie-untergekommen". Der Finne murmelte dann noch weiter vor sich hin, nur um zwischendurch immer wieder "Satan!" zu rufen. Schließlich fuchtelte er mit seiner Reservierungsbestätigung herum und wollte in meine Wohnung eindringen, worauf ich schnell die Tür zudrückte (das hätte ich sowieso gerade machen wollen).

Hausfriedensbruch?

Fehlanzeige: Zwischen Tür und Wand steckte seine Hand. Vorher war ich eigentlich nur etwas genervt, in dem Moment bekam ich dann aber Angst. Trotz meiner Panik blieb ich immer noch höflich, verlangte aber mit lauter Stimme: "Bitte gehen Sie! Ich kann Ihnen nicht helfen!" Meine Nachbarn waren eindeutig zu Hause und haben die ganze Geschichte bestimmt mit angehört. Die Wände sind nämlich wirklich sehr dünn – die neue Familie gegenüber habe ich noch nie gesehen, weiß aber schon, wie sie heißen, weil ich immer wieder durch die Wand höre: "Jakob! Putz dir die Zähne! Bernd! Hilf mir tragen!". Trotzdem kam mir niemand zu Hilfe. Glücklicherweise war der Finne kurzzeitig leichtfertig und nahm seine Hand aus der Tür. So schnell konnte ich dann gar nicht schauen, hatte ich meine Tür auch schon zugeschmissen, doppelt und dreifach zugesperrt, mich ins Wohnzimmer verkrümelt und meine Mama angerufen. Das waren die ersten Lessons Learned für das Ex-Landei: Mach nie, unter keinen Umständen, die Tür auf!

Kommentare unserer Leser

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Werner Thaler Auch schon, öfters schon: Die vom Samariterbund oder gar SamaRitter, nämlich Geldritter aus Drückerkolonnen. Bitte zahlen Sie nichts ein und noch wichtiger, geben Sie keine Unterschrift, denn dann sind Sie der Geprellte, aber noch lange kein Edelritter und schon gar kein barmherziger Samariter. Unlängst waren zwei junge Mädels an der Tür: Ich studiere, but I have not.... darf ich meine amerikanische Freundin übersetzen, so die andere, bla bla bla... Wußten Sie, dass auch hier Ost(Roma)banden die Finger im Spiel haben, nicht nur wie bei denen, die Sie gerade letztes Mal beim Supermarkt um den "Wagerl-Euro" erleichtert haben. Betteln ist angesagt - Sie dürfen geben, aber wenn das schon an meiner Haustüre passiert, dann ist Schluss mit Lustig - Ruhe-Friedensstörung, oder Sie nehmen die Leute unter Vertrag, wie ich es im Frühjahr tat! Der schwarze Student, der mir ein Bild verkaufen wollte, hat meinen Garten umgestochen. Ist das eigentlich Pfusch, oder Sklaverei - ja wir sind wieder einmal ganz schön in das vergangene Jahrtausend zurück ver(ge)fallen, wo es noch den Ablasshandel gab - aber das ist eine andere Geschichte.

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