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Evas Kolumne

Öffentliche Verkehrsmittel und ihre Tücken II

Täglich bin ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs und vertraue mein Leben den Bim-, Bahn- und Busfahrern an. Ich habe ja schon öfter Seltsames bei Busfahrten erlebt:

  • Lenker, die mitten am Bahnübergang anhielten, das Fenster herunterkurbelten und mit dem Busfahrer tratschten, der von der anderen Richtung kam
  • Chauffeure, die die ganze Zeit via Handy telefonierten (ohne Freisprechanlage) und diverse Stationen verpassten
  • Busfahrer, die mitten im Ort stehen blieben, in ihr eigenes Haus hineinliefen und sich eine Jause holten

Meine letzte Busfahrt übertrumpfte jedoch alle kuriosen Erlebnisse: Ich traf mich mit ein paar Freunden in Eisenstadt. Für die Fahrt zurück nach Wien wählte ich den Bus. Dieser hätte um 22.02 Uhr vom Domplatz wegfahren sollen. Ich war als einziger Fahrgast überpünktlich zur Stelle, auch der kleine Bus kam zwei Minuten zu früh. Der Buschauffeur stieg aus, begrüßte mich und meinte: "Ich geh' jetzt mal zehn Minuten Kaffee trinken." Aha! Ich setzte mich derweil in den Bus und wartete. Kurze Zeit später kam er wieder und fragte: "Wann soll der Bus eigentlich wegfahren?" Das war der Punkt, an dem ich mir zum ersten Mal Sorgen machte. Sollten Busfahrer ihren Fahrplan nicht normalerweise kennen?


Das nächste Mysterium: die Bezahlung. Ich zeigte dem Fahrer meine Netzkarte von Wien, er darauf: "Na dann musst du gar nichts zahlen!" Ich, so blöd/ehrlich wie ich bin, protestierte: "Was? Das kann aber nicht sein!" Es sind schließlich einige Zonen bis nach Wien. Kurze Denkpause seitens des Chauffeurs. "Dann... 3 Euro 60!" Was aber immer noch nicht stimmen konnte, nur dieses Mal hielt ich meinen Mund.


Die dritte Misere: die Haltestellen. Ich wollte in der Kliebergasse aussteigen, das war, laut der Webseite der Wiener Linien, für mich die günstigste Station. Reaktion des Lenkers: "Kenn' ich nicht." Deswegen sollte ich mich zu ihm nach vorne auf den Beifahrersitz setzen und ihm zeigen, wo ich aussteigen möchte. Das brachte aber nichts, da ich mich in der Gegend auch nicht auskannte. Während der Fahrt wollte er die ganze Zeit nett mit mir plaudern, ich antwortete aber nur einsilbig und stellte mich zeitweise schlafend. Das nahm er dann persönlich: "Liegt es an mir, dass du so ruhig bist?" Nicht doch... Es lag nur an der Angst, dass es sich hierbei eventuell nicht um einen Postbus, sondern um eine Entführung handelte!


Unterwegs auf der Autobahn wären wir dann fast mit einem größeren Bus zusammengestoßen, aber das schockierte mich dann gar nicht mehr so. Es ist halt nicht so einfach, sich für eine einzige Spur zu entscheiden. Irgendwann kam ich dann doch heil bei der Endstation Südtiroler Platz an und war dankbar, dass ich nun wieder etwas Kurioses für meine Kolumne erlebt hatte.

Welche seltsamen oder lustigen Erfahrungen haben Sie mit Öffis gemacht? Geben Sie Ihren Kommentar ab!


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