Evas Kolumne
Am Rande des Abgrunds
Gleich vorweg: Ich kann Auto fahren. Eigentlich ganz gut, meinen Beifahrern wird zumindest nie schlecht.
Wenn es aber ums Einparken oder um Schneefahrbahnen geht, muss ich leider zugeben, dass ich das typische
Frauenklischee ganz gut erfülle.
Daher fuhr ich, als ein Freund auf seinem Bergbauernhof eine Feier
veranstaltete, später als üblich fort.
Sollten sich doch die anderen Gäste zuerst den winterlichen Berg hinaufquälen. Tja, da hatte ich nicht
damit gerechnet, dass ich trotz Verspätung immer noch die erste am Berg sein würde. Was ich vor mir auf
der Straße sah, ließ mich skeptisch werden: überall Schnee. „Schneeketten? Oba geh, brauch ma net“,
dachte ich zumindest, gab Gas und brauste den Berg hinauf.
Weit kam ich nicht. Nach etwa 20 Metern war Schluss und zu meinem Entsetzen kam ich weder vor- noch
rückwärts. Alarmblinkanlage angeworfen, Verzweiflung stellte sich ein. Kurze Zeit später versuchte der
nächste sein Glück, bei ihm versagte die Straße schon früher Ihren Dienst. Auch seinerseits: Verzweiflung.
Die Rettung kam schließlich nicht in der Form eines Ritters auf einem weißen Ross, sondern als
Bergbewohner. Dieser nette Herr tuckerte ganz gemächlich den Berg hinunter, wunderte sich, dass wir
überhaupt hängen geblieben waren und fragte: „Wos woits? De Straßn is doch eh wie imma…“ Flugs sprang
er in mein Auto und drehte auf der einspurigen Straße (links Abhang, rechts steiler Hang) um.
Zwischendurch brach bei mir die schiere Panik aus: Das Auto hing mit dem Heck schon über dem Abgrund,
aber der Bergbauer blieb völlig gelassen.
Und was lernen wir daraus? Übung macht halt doch den Meister. In Zukunft werde ich verschneite
Bergstraßen aber trotzdem meiden, ich muss ja nicht alles können. Außerdem würde ich damit Männern
die Chance, einmal den Helden zu spielen, vereiteln…
Informationen zum Auto im Winter